Sport macht glücklich [Artikelserie]

Sport macht glücklich, heißt es. Doch woran liegt das? Spannende Erkenntnisse der Sportphysiologie und Psychologie, die Sport und Glück in Beziehung setzen, haben uns zur Antwort geführt.

Sport macht glücklich: Woran liegt das?

Was folgt aus sportlicher Betätigung? Anstrengung, natürlich. Doch auch zusätzliche Kraft, eine gesteigerte Ausdauer und ein fitterer Körper sind Folgen des Sport. Sie bekämpfen alltägliche Leiden unseres Körpers, stärken unser Immunsystem und – man mag es kaum glauben – auch unser Gehirn. Körperliche Belastung fördert die Denkfähigkeit, wie Wissenschaftler herausfanden. Während des Sports kann unser Kopf abschalten. Der anschließende Neustart macht Höhenflüge möglich. Henning Boecker, Neurowissenschaftler der Universität Bonn, erklärt: „Nach dem Sport können Probanden komplexe Aufgaben besser lösen.“

Hinzukommen Endorphine, die unser Körper bei starker Anstrengung ausschüttet. Diese Glückshormone wirken ähnlich wie Opium. Sie entspannen den Körper und lindern Schmerz. Läufer sind dadurch in der Lage, die Leiden der Langstrecke zu überwinden. Wenn ein Marathonläufer bei Kilometer 35 vom Krampf befallen wird, helfen ihm Endorphine den Schmerz zu vergessen. Und anders als ursprünglich angenommen, finden sich Endorphine nach längeren Läufen auch im Gehirn. So profitiert der ganze Körper vom Positiv-Effekt der sportlichen Betätigung.

Glückliche Menschen haben ein gut funktionierendes Immunsystem. Vor allem Sport spielt hier eine entscheidende Rolle. Doch nicht nur in Hinblick auf unseren Körper erweist sich Sport als äußerst hilfreich: Auch das Miteinander in Vereinen und ein gesteigertes Selbstwertgefühl tragen zu unserem Glück bei. Untersuchungen an Studenten haben nachgewiesen, dass Sportler verglichen mit Nicht-Sportlern deutlich glücklicher sind. So erklärt es auch Dr. Vahid Sari-Saraf, Professor für Sportphyisiologie, im World Book of Happiness.

Über diese Artikelserie:

Wir wollen endlich wissen, was uns wirklich glücklich macht. Im Rahmen dieser Artikelserie schreiben wir deshalb über Dinge, die uns (angeblich) Zufriedenheit und Glück schenken. Wir recherchieren woran das liegt, wälzen Bücher und das Internet. Und um ganz sicher zu gehen, werfen wir auch einen Blick in wissenschaftliche Aufsätze und Studien

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    Wir haben drei TED-Vorträge herausgesucht, die uns in das Thema Glück einführen. Wer sich die Zeit nimmt, wird viel lernen können. Eine relativ wissenschaftliche Perspektive nehmen Dan Gilbert und Nancy Etcoff ein. Etwas persönlicher wird es bei Nic Marks, der uns mithilfe des „Happy Planet Index“, in die Welt der statistischen Glücksforschung einführt.

    Was ist TED?

    Die TED-Konferenz (Abkürzung: Technology, Entertainment, Design) ist eine global stattfindende Veranstaltungsreihe, die für ihre ausgezeichneten Redner und Vorträge bekannt ist. Bill Clinton, Jamie Oliver, James Nachtwey: Sie alle standen schon auf der Bühne einer TED-Konferenz.

    Ausgewählte Vorträge veröffentlichen die Veranstalter seit einigen Jahren als Video auf der TED-Website. Die beliebtesten unter ihnen wurden mehr als 10 Millionen Mal angeschaut. Dank deutscher Untertitel sind sie auch hierzulande jedermann verständlich.

    Einige dieser öffentlichen TED-Vorträge setzen sich mit dem Thema Glück auseinander. Sie betrachten das Phänomen aus verschiedenen Perspektiven – thematisieren die wissenschaftliche Forschung oder die Ansichten des Redners.

    Dan Gilbert fragt: Warum sind wir glücklich?

    Die Masse des menschlichen Gehirns hat sich in zwei Millionen Jahren verdreifacht. Doch warum? US-Professor Dan Gilbert erklärt, wie die Evolution unserer „Denk-Maschine“ auf beeindruckende Art und Weise mit Gefühlen wie Glück zusammenhängt. Obwohl diese Erkenntnisse im Kern erschreckend komplex sind, schafft es Gilbert, sie mit allerhand Beispielen für Jedermann verständlich und humorvoll aufzubereiten. Und die spannende Erkenntnis seines Vortrags: Sowohl unsere Sehnsüchte als auch unsere Bedenken sind in gewisser Weise übertrieben. Egal was kommt, wir lernen damit zu leben. Und unser Glück ist von all diesen Erlebnissen weitaus unabhängiger, als wir es üblicherweise vermuten.

    Link zum Vortrag: Dan Gilbert fragt: Warum sind wir glücklich?

    Nancy Etcoff über die überraschende Wissenschaft des Glücks

    Nancy Etcoff, Kognitionswissenschaftlerin der berühmten Harvard University, widmet sich in ihrem Vortrag den Erkenntnissen der Psychologie: Sie erklärt, welche Situationen und Erfahrungen das Belohnungssystem unseres Gehirns beeinflussen; inwiefern das Belohnungssystem unsere Wahrnehmung beeinflusst und worauf es wirklich ankommt, wenn wir versuchen unser Glück zu mehren. Ihr Vortrag ist kurz, aber äußerst gehaltvoll. Anschauen lohnt sich!

    Link zum Vortrag: Nancy Etcoff über die überraschende Wissenschaft des Glück

    Nic Marks: Der Happy Planet Index

    Der Statistiker Nic Marks fordert in seinem TED-Vortrag große Veränderungen. Die Menschheit solle endlich damit beginnen, den Erfolg einer Nation nicht mehr an der Produktivität sondern am Wohlbefinden ihrer Bewohner zu messen. Und so zitiert Marks den ermordeten US-Senator Robert Kennedy, der einmal sagte: „Das Bruttosozialprodukt misst alles, außer das, was unser Leben lebenswert macht.“

    Mit dem „Happy Planet Index“ präsentiert Marks seinen Zuhörern eine Glücksstudie, die das Wohlbefinden von Nationen mit den darauf verwendeten Ressourcen ins Verhältnis setzt. Erstaunlicherweise schneiden die westlichen Länder, darunter auch Deutschland, im weltweiten Vergleich verhältnismäßig schlecht ab. Sie sind zwar äußerst glücklich, aber auch vergleichsweise verschwenderisch. Seine Forderung ist deshalb ein Fokuswechsel: weg von der Produktivität einer Nation, hin zum Glück ihrer Bevölkerung.

    Link zum Vortrag: Nic Marks: Der Happy Planet Index

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