Facebook: Ein unglückliches Netzwerk?

Facebook macht unglücklich, ermittelten mehrere Studien. Doch woran scheint das zu liegen? Warum kommen sowohl deutsche als auch amerikanische Forscher zu der Erkenntnis, dass soziale Netzwerk führe bei seinen Nutzern zu Unzufriedenheit? Der Versuch einer Erklärung.

Facebook: Ein unglückliches Netzwerk?

Gleich mehrere Studien widmeten sich in den vergangenen Jahren den Auswirkungen sozialer Netzwerke auf die Zufriedenheit seiner Nutzer. “Facebook mache unglücklich”, lautet das überraschende Ergebnis. Und ebenso überraschend wird weiterhin deutlich, dass die Unzufriedenheit der Nutzer mit steigender Freundeszahl und Aktivität auf Facebook zunimmt. Hat das soziale Netzwerk also asoziale Züge? Wissenschaftler kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Macht Facebook unglücklich?

Im vergangenen Jahr führte eine Studie der Universität Western Illinois die vermeintliche Unzufriedenheit der Facebook-Nutzer auf “Attributionsfehler” zurück. Sie sorgen dafür, dass wir denken was wir sehen. Wir versuchen die Zufriedenheit eines Menschen an seinem Verhalten abzulesen. Gibt er sich auf Facebook immer gut gelaunt, vermuten wir, er sei stets glücklich – und ignorieren die Offensichtlichkeit, dass niemand Bilder der anstrengenden, nachdenklichen und traurigen Momente seines Lebens veröffentlicht.

Diese Einschätzung wird durch “Heuristiken” noch verstärkt. Die sogenannten Daumenregeln werden angewandt, wenn nicht ausreichend Informationen vorliegen um rationale Entscheidungen zu treffen. Geben sich Freunde auf Facebook stets glücklich, fühlen wir uns vergleichsweise unglücklich. Erneut greift oben stehender Irrtum: Niemand macht sein Unglück öffentlich, erst recht nicht auf Facebook. Die resultierende Unzufriedenheit scheint also völlig unnötig, irreführend und falsch.

Auch Deutsche Forscher erkennen Zusammenhänge

Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen in diesem Jahr auch deutsche Forscher. Sie befragten 600 Facebook-Nutzer nach ihren Erfahrungen mit dem sozialen Netzwerk. Und tatsächlich: Rund ein Drittel der Befragten fühlte sich in Folge eines Facebook-Besuchs müde, traurig oder frustriert. Grund scheint erneut der Neid zu sein, der aus den positiven Darstellungen der Facebook-Freunde resultiert. Erneut scheinen Heuristiken eine gewichtige Rolle zu spielen.

Resultat dieser Wahrnehmung ist den deutschen Forschern zufolge eine gesteigerte Selbstrepräsentation. Wer sich unglücklicher und unzufriedener fühlt als Freunde und Bekannte, neigt also dazu, sich in sozialen Netzwerken besonders glücklich und zufrieden darzustellen. Auf der anderen Seite des Bildschirms führt dies erneut zur gesteigerter Unzufriedenheit. Die Forscher sprechen deshalb von einer sogenannten Neidspirale. Einer Neidspirale, angetrieben durch Party- und Urlaubsfotos.

Keine Studien ohne Kritik: Facebook und das Unglück seiner Nutzer

Kritiker der Studien sind derweil unsicher, ob zwischen der Facebook-Nutzung und der Unzufriedenheit eine kausale Verbindung besteht. Nur weil sich zwei Beobachtungen auf ähnliche Weise verändern, könne man schließlich nicht davon ausgehen, dass die gleiche Ursache zugrunde liegt. Hinzu kommt, dass andere soziale Netzwerke ähnliche Reaktionen verursachen dürften. Wenn Facebook unglücklich macht, dürfte dies auch auf Plattformen wie Twitter oder Google+ zutreffen.

Für uns Endnutzer bleibt deshalb alles beim Alten: Wer sich nach einem Besuch von Facebook unglücklich fühlt, sollte den Konsum zurückfahren – und sich gleichzeitig darüber klarwerden, dass ein Leben nicht nur Höhen prägen. Auch nicht das Leben all unserer Facebook-Freunde.

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    Guten Appetit!

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    Glücksbringer sind purer Aberglaube, behaupten die Einen. Aber sie helfen doch wirklich, beteuern Andere. Egal auf welcher Seite man steht, die vermeintliche Wirkkraft von Hufeisen und Kleeblättern ist jedem bekannt: Sie sollen dem Besitzer „zu Glück, Wohlstand, Gesundheit und einem langen Leben verhelfen sowie Böses fernhalten“, schreibt etwa die Wikipedia. In der Regel sind ihre vermeintlichen Kräfte schon seit Jahrhunderten bekannt, entstammen abenteuerlichen Sagen oder religiösen Schriften. Während hierzulande vierblättrige Kleeblätter und Hufeisen als Glücksbringer gelten, glaubt man anderswo auf der Welt an völlig andere Symbole. Die interessantesten dieser Glücksbringer wollen wir euch im Folgenden vorstellen.

    3 Glücksbringer und Glückssymbole aus aller Welt

    Maneki Neko: Die Winkekatze ist in Japan ein Glücksbringer.

    Fast jeder Deutsche kennt die „Maneki Neko“ der Japaner, eine kleine Porzellan-Katze mit Winke-Pfote. Sie findet sich in vielen asiatischen Restaurants und hat mittlerweile auch in der westlichen Welt einen gewissen Kultstatus erlangt. Je nachdem mit welcher Pfoto die Maneki Neko winkt, bewirkt sie Glück oder Wohlstand. Die linke Pfote steht für Glück, die rechte Pfote für Wohlstand. Wofür würde ihr euch wohl entscheiden?

    Im islamischen Raum ist „Fatimas Hand“ ein beliebtes Glückssymbol. Sie findet vor allem in Schmuckanhängern Verwendung und gilt als Abwehrmaßnahme gegen Dschinn, bösartige Fabelwesen der arabischen Mythologie. Der Name Fatima geht auf die jüngste Tochter des Propheten Mohammed zurück, die im Islam eine ähnliche Rolle einnimmt wie die Maria im Christentum. Als Glücksbringer wird Fatimas Hand in völlig unterschiedlichen Formen und Farben gefertigt, oftmals in Kombination mit anderen bedeutungsvollen Symbolen.

    Die „Lucky Feet“ der Inder zieren viele Türschwellen, insbesondere im nördlichen Teil des Landes. Dort sollen sie Besucher willkommen heißen und Glück, Reichtum und Harmonie bringen. Der Glaube an die Lucky Feet ist eng mit der hinduistischen Göttin Lakshmi verbunden, die im Hinduismus für eben diese Eigenschaften steht. Sie gilt als besonders gütig und gnädig, als Vermittlerin zwischen Göttern und Menschen. Ihr Fußabdruck auf der Türschwelle eines Hauses verkörpert deshalb symbolisch alle mit ihr verbundenen Eigenschaften.

    Machen Glücksbringer und Glückssymbole glücklich?

    Ob Hufeisen oder Kleeblatt, Maneki Neko oder Fatimas Hand: Wer an die Kraft der Glücksbringer glaubt, ist nicht von ihnen abzubringen. Ein klarer Zusammenhang zwischen Glücks und Symbol lässt sich nicht nachweisen, doch das scheint völlig egal – auch in diesem Fall zählt wie so oft der Glaube an dessen Kraft. Er allein reicht aus, um weltweit völlig unterschiedliche Symbole zu etablieren. Und seien wir mal ehrlich: Wer hatte noch nie das Gefühl, dass irgendeine Kleinigkeit zu Glück und Zufriedenheit verhilft?

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    Hedonometer: Eine Echtzeit-Analyse des Glücks

    Das Hedonometer ist eine Echtzeit-Analyse der weltweiten Zufriedenheit. Auf einer Skala von eins bis zehn misst es tagtäglich die Glückswerte unserer Welt. Als Datenbasis dienen dem Webdienst der Universität von Vermont rund 50 Millionen Twitter-Nachrichten pro Tag, vornehmlich aus dem englischsprachigen Raum. Ein Algorithmus analysiert jede einzelne Nachricht, bewertet die darin enthaltenen Wörter auf Basis vorheriger Untersuchungen und ermittelt die durchschnittliche Zufriedenheit der twitternden Weltbevölkerung. Vor allem im Zuge der Berichterstattung über das Bombenattentat in Boston erwähnten Medien das Hedonometer. Es registrierte an diesem Tag, dem 15. April 2013, das größte Unglück der Weltbevölkerung seit fast vier Jahren.

    Wie funktioniert das Hedonometer?

    Den üblichen Glücksstudien hat das Hedonometer etwas voraus, denn im Gegenteil zur gängigen Forschung ist der Webdienst aus Vermont tagtäglich aktiv. Die Ergebnisse eines Tages stehen der gesamten Weltbevölkerung am Folgetag zur Verfügung, jeder kann das auf und ab einsehen. Doch die Methodik hat auch ihre Schwächen. Das Entwicklerteam des Hedonometer erfasste zu Beginn der Untersuchung insgesamt 5.000 Wörter der englischen Sprache. Jedes einzelne Wort wurde anschließend auf einer Glücks-Skala von eins bis zehn bewertet, wobei etwa „happiness“ (Glück) im Durchschnitt 8,44 Punkte erzielte. Jedes Wort jeder einzelnen Twitter-Nachricht wird auf Basis dieser Bewertung gemessen, sodass am Ende des Tages ein durchschnittlicher Glückswert ermittelt werden kann.

    Alle Daten des Hedonometer in der Übersicht.

    Die glücklichsten Tage sind alljährlich Weihnachten, Ostern, Valentinstag und Sylvester. Wer darüber nachdenkt, erkennt schnell woran das liegt: Unzählige Twitter-Nachrichten wünschen an diesen Tagen „Merry Christmas“ (Frohe Weihnachten), „Happy Valentines“ (Froher Valentinstag) oder „Happy New Year“ (Frohes Neues Jahr). Das Hedonometer vergibt für jedes „Happy“ 8,3 Punkte, für jedes „Christmas“ 8,0 Punkte und für jedes „Valentines“ 7,3 Punkte. Auch Begriffe wie „Love“ (8,42 Punkte) und „Merry“ (7,56 Punkte) treiben den Durchschnittswert gen Himmel. Hinzukommt: Es handelt sich fast durchweg um Feiertage, völlig frei von Begriffen wie „Work“ (5,42 Punkte) oder „Office“ (5,12 Punkte).

    Was bringt die Zukunft?

    Das Team aus Vermont widmet sich den Problemstellen des Hedonometer bereits, berichtet LiveScience.com. Man plane das System um weitere Sprachen zu ergänzen, wolle neben Wörter auch Wortfolgen bewerten und andere soziale Netzwerke einbeziehen. Ob dies der Glücksforschung Erkenntnisse beschert, bleibt allerdings abzuwarten. Uns Hobby-Wissenschaftlern außerhalb großer Forschungseinrichtungen und Universitäten bietet das Hedonometer trotzdem schon jetzt interessante Einblicke, Tag für Tag in Echtzeit.

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