„Better Life Index“: Deutschland nur Mittelmaß

Australien, vor Schweden und Kanada. Deutschland auf dem 17. Platz. Glaubt man dem „Better Life Index“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist es um das „deutsche Glück“ nur durchschnittlich bestellt. Laut der aktuellen Zahlen liegt Deutschland lediglich im Mittelfeld. Australien ist das glücklichste Land der 34 Mitgliedsstaaten. Die „Aussies“ dominieren vor allem in den Bereichen „Gesundheit“, „Wohnungswesen“ und „Ziviles Engagement“. Deutschland kann keine der elf Faktoren für sich entscheiden, nur in den Bereichen „Umwelt“, „Sicherheit“ und „Work-Life-Balance“ reicht es zu guten Positionen. Werfen wir einen Blick auf die genauen Zahlen, deren Bedeutung und Kontext.

Better Life Index: 34 Mitgliedstaaten, 11 Faktoren

Die OECD startete den Better Life Index im Mai 2011. Er ist die Folge von zehn Jahren Forschungsarbeit und vergleicht die 34 Mitgliedsstaaten in Bezug auf elf Faktoren, die als „essentiell für Zufriedenheit in den Bereichen materielle Lebensbedingungen und Lebensqualität“ identifiziert wurden — unter anderem „Einkommen“, „Jobs“, „Bildung“ und „Gesundheit“. Alle Faktoren sowie dessen Hintergründe stehen im Detail auf der (englischsprachigen) Projektwebsite.

Die Ergebnisse des Better Life Index als Grafik.

„Better Life Index“: Ganz vorne liegt Australien. (Screenshot: oecdbetterlifeindex.org)

Werden alle elf Faktoren gleich gewichtet, liegt Australien auf dem ersten Platz. Trotzdem gibt es keinen Sieger der Untersuchung, betont die OECD. Stattdessen wurde „Your Better Life Index“ entwickelt. Er lässt den Nutzer entscheiden, welche der elf Faktoren am meisten zu seiner Zufriedenheit beitragen. Über Schieberegler kann jeder Besucher der Website die Gewichtung der Faktoren und damit einhergehend die Positionierung der Staaten beeinflussen. Ist das durchschnittliche Einkommen entscheidend, führt beispielsiweise die Schweiz. Ist Work-Life-Balance besonders wichtig, dominiert Dänemark.

Deutschland im Better Life Index

Obwohl Deutschland insgesamt nur mittelmäßige Ergebnisse liefert, reicht es in mehreren Kategorien immerhin zu einer Platzierung unter den Top-10. Das durchschnittliche Einkommen sowie die Arbeitslosenquote sind leicht besser als der Durchschnitt aller OECD-Mitgliedsstaaten. Auch die Bildung erhält hierzulande verhältnismäßig gute Noten. Verbesserungswürdig ist lediglich der hohe Einkommens- und Bildungsunterschied zwischen den am besten und am schlechtesten verdienenden Bevölkerungsgruppen. In Hinblick auf Gesundheit und Umwelt liegt Deutschland etwas über dem Durchschnitt. Weitere Pluspunkte gibt es für die Sicherheit und Work-Life-Balance der Deutschen.

Modifizierte Version der Ergebnisse des Better Life Index.

Im „Better Life Index“ geht es nach Deutschland bergab. (Screenshot: oecdbetterlifeindex.org)

Trotz überdurchschnittlicher Werte ist das Gesamtergebnis enttäuschend. Hinter Deutschland liegen vor allem Länder mit großen finanziellen oder gesellschaftlichen Problemen. Der Better Life Index listet hier etwa Spanien, Italien und Griechenland. Auffällig ist auch, wie nah die besten 17 OECD-Mitgliedsstaaten beieinander liegen — dessen Ende Deutschland bildet. Erst ab Platz 18 werden die Unterschiede größer, wie im oben stehenden Schaubild deutlich wird. Warum schafft es Deutschland nur mit Mühe und Not unter diese Vorreitergruppe? Was können wir hierzulande tun, um das allgemeine Glück und Wohlbefinden hinsichtlich aller elf Faktoren zu steigern? Braucht es wirklich ein Ministerium für Glück und Wohlbefinden? Fragen, auf die wir leider keine Antwort wissen. Ihr etwa?

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