Erkenntnisse der Grant-Studie: „Der weite Weg zum Glück“

Mit dem Alter baut der Körper ab, der Geist aber wird wach. „Mit fünfzig kann ein Schriftsteller Dinge schreiben, die er als Zwanzigjähriger niemals hätte schreiben können“, erklärt George E. Vaillant im Interview mit dem Süddeutsche Zeitung Magazin. Der US-Amerikaner ist Harvard-Professor und Kopf einer der faszinierendsten Glücksstudien unserer Zeit: die sogenannte Grant-Studie. Sie begleitete 268 Harvard-Absolventen der Jahrgänge 1939 bis 1945 ihr gesamtes Leben lang – nunmehr seit über 70 Jahren. Regelmäßige Gespräche, Untersuchungen und Fragebögen dienten seitdem der Beantwortung einer Frage: Wie gelingt das Leben?

Harvard University: Der Forschungsmittelpunkt der Grant-Studie. (Fotoquelle: Paul Lowry via photopin cc)

Grant-Studie: Das Glück ist wie ein Ferienhaus mit sauberer Wäsche, Kindern und Enkeln

„Inzwischen habe ich fast väterliche Gefühle für manche von ihnen entwickelt“, sagte Vaillant einst im Gespräch mit Spiegel Online. Und tatsächlich: Studienleiter Vaillant scheint vom Projekt ergriffen. Als er das erste Mal die Akten der Studie sah, dessen Verantwortung er im Jahr 1967 übernahm, „war das ein Gefühl, als hätte man mir den Schlüssel zu Fort Knox überreicht“, erklärt er der Süddeutschen. Auf die Ergebnisse seiner Untersuchungen angesprochen, wird Vaillant sogar poetisch. Glück sei „in sein Ferienhaus zu kommen und die Wäche sauber und ordentlich gefaltet vorzufinden. Und dabei von vier liebenden Kindern und sechs liebenden Enkeln umgeben zu sein.“. Eine interessante Art und Weise, den vagen Begriff des Glücks zu deuten – ähnlich vieler Formulierungen unserer Glücksprichwörter.

Erkenntnisse der Grant-Studie: Wichtig ist langfristige Glückseligkeit

Glück jedenfalls, so ergänzt Vaillant im Folgenden, sei nicht von einem schönen Ferienhaus oder einem großen Vermögen abhängig. Ganz im Gegenteil: Die glücklichsten Menschen seiner Studie waren „zwei gut ausgebildete Männer, die gelernt hatten, ihr Wissen als Lehrer erfolgreich weiterzuvermitteln“. Sie hatten funktionierende Ehen und glückliche Familien – über sechzig Jahre lang. Diese Langfristigkeit mache wahres Glück aus, erklärt Vaillant. Kurzes Glück habe hingegen Ähnlichkeit mit Lust und berge die Gefahr der Abhängigkeit. „Wie bereiten wir uns am besten auf das Alter vor?“, fragt schließlich Autor Michael Saur. Körperliche Aktivität der Probanden wirkte sich positiv auf dessen mentale Gesundheit aus, so Vaillant. Eine weitere Erkenntnis, die uns bereits bekannt ist: „Sport macht glücklich“, titelte einer unserer Artikel vor wenigen Wochen.

Das gesamte Interview ist auf Süddeutsche.de einsehbar, wie uns Glücksforschung.org wissen ließ. Und die Lektüre lohnt sich. Vielen Dank!

Interessante Artikel über Glück

  • Macht Geld glücklich? [Artikelserie]
  • Sport macht glücklich [Artikelserie]
  • Die 10 schönsten Glückszitate
  • 15 Sprichwörter über Glück und Freude