Glücksstudien: Was uns die Glücksforschung weismachen will

Nie zuvor wurde so oft nach unserem Glück gefragt. Es scheint, als boome die Glücksforschung. Wie glücklich sind wir hier in Deutschland? Und warum eigentlich? Ist es das Geld, die Familie oder das Umfeld? Im Rahmen umfangreicher Glücksstudien versuchen zahlreiche Organisationen auf diese und ähnliche Fragen eine fundierte Antwort zu finden. So wurden auch in diesem Jahr 150.000 Menschen für den Gallup World Poll nach ihrer Zufriedenheit befragt. Zum ersten Mal publizierte die UNO mit dem Weltglücksbericht ihre eigene Glücksstudie. Sogar die Deutsche Post mischt mit. Dessen Glücksatlas untersuchte in diesem Jahr zum zweiten Mal das Glück und die Zufriedenheit der Deutschen.

Glücksstudien: Was uns angeblich glücklich macht

Die Ergebnisse der Glücksstudien bleiben weitgehend gleich. Reichtum mache eine Gesellschaft nicht glücklich, heißt es da. Wirtschaftswachstum sei nur dann wichtig, wenn das Land und dessen Menschen arm sind. Ab einem gewissen Grad des Reichtums droht ob des Überflusses sogar Unglück, lassen uns die Glücksforscher wissen. Konsum macht demnach nur glücklich, wenn die soziale Ungleichheit gering ist. Sobald der Vergleich untereinander große Unterschiede offenbart, macht das Shopping offenbar nur halb so viel Spaß.

Die Ehe stimmt uns zufriedener, sagt die Glücksforschung. Doch nicht immer gilt was Glücksstudien feststellen.

Auch für die Zufriedenheit des Einzelnen hat die Glücksforschung ein Rezept parat. Durch die Bank weg stellten die Glücksstudien fest, wie wichtig uns Menschen eine feste Arbeitsstelle ist. Die Bezahlung sei hingegen nur zweitrangig, sagen die Glücksforscher. Wer eine Arbeit hat ist zufrieden, unabhängig vom Gehalt. Auch die Ehe und Religionen machen Menschen glücklicher, heißt es zum Beispiel im Weltglücksbericht der UNO. Wichtig sei darüber hinaus die geistige und körperliche Gesundheit sowie Nächstenliebe. Wer anderen hilft ist glücklicher, wusste schließlich schon Albert Schweitzer laut seinem wunderschönen Glückszitat.

Warum wir nicht (nur) auf die Glücksforschung hören sollten

So sehr sich Glücksstudien auch bemühen, die Gründe für unser Wohlbefinden auszumachen, so sehr unterscheiden sich auch unsere Vorlieben. Für den einen zählt das Geld und für den anderen die Freiheit. Manch einer gibt gerne und teilt, manch anderer lieber nicht. Ganz anders als die Glücksforschung uns glauben lassen will, ist unser ganz persönliches Glück hochgradig subjektiv. Auf die Erkenntnisse der Glückforscher müssen wir deshalb nur begrenzt Acht geben, solange wir selbst wissen was uns wirklich am Herzen liegt.

Wie unterschiedlich Menschen zu ihrem ganz persönlichen Glück finden, zeigt nicht zuletzt auch diese 30-minütige Dokumentation, die sich schon seit einiger Zeit über die ARD-Mediathek ansehen lässt. Sie endet nicht ganz ohne Grund mit den Worten: „Glück ist also doch etwas, das jeder selbst in die Hand nehmen kann.“ Eine Aussage und Feststellung, die uns glücklich stimmen sollte. Nehmen wir unser Glück doch einfach selbst in die Hand, anstatt auf Glücksforscher und -Studien zu hören.

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  • Foto: wtl photography (cc)

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