Hedonometer: Eine Echtzeit-Analyse des Glücks

Das Hedonometer ist eine Echtzeit-Analyse der weltweiten Zufriedenheit. Auf einer Skala von eins bis zehn misst es tagtäglich die Glückswerte unserer Welt. Als Datenbasis dienen dem Webdienst der Universität von Vermont rund 50 Millionen Twitter-Nachrichten pro Tag, vornehmlich aus dem englischsprachigen Raum. Ein Algorithmus analysiert jede einzelne Nachricht, bewertet die darin enthaltenen Wörter auf Basis vorheriger Untersuchungen und ermittelt die durchschnittliche Zufriedenheit der twitternden Weltbevölkerung. Vor allem im Zuge der Berichterstattung über das Bombenattentat in Boston erwähnten Medien das Hedonometer. Es registrierte an diesem Tag, dem 15. April 2013, das größte Unglück der Weltbevölkerung seit fast vier Jahren.

Wie funktioniert das Hedonometer?

Den üblichen Glücksstudien hat das Hedonometer etwas voraus, denn im Gegenteil zur gängigen Forschung ist der Webdienst aus Vermont tagtäglich aktiv. Die Ergebnisse eines Tages stehen der gesamten Weltbevölkerung am Folgetag zur Verfügung, jeder kann das auf und ab einsehen. Doch die Methodik hat auch ihre Schwächen. Das Entwicklerteam des Hedonometer erfasste zu Beginn der Untersuchung insgesamt 5.000 Wörter der englischen Sprache. Jedes einzelne Wort wurde anschließend auf einer Glücks-Skala von eins bis zehn bewertet, wobei etwa „happiness“ (Glück) im Durchschnitt 8,44 Punkte erzielte. Jedes Wort jeder einzelnen Twitter-Nachricht wird auf Basis dieser Bewertung gemessen, sodass am Ende des Tages ein durchschnittlicher Glückswert ermittelt werden kann.

Alle Daten des Hedonometer in der Übersicht.

Die glücklichsten Tage sind alljährlich Weihnachten, Ostern, Valentinstag und Sylvester. Wer darüber nachdenkt, erkennt schnell woran das liegt: Unzählige Twitter-Nachrichten wünschen an diesen Tagen „Merry Christmas“ (Frohe Weihnachten), „Happy Valentines“ (Froher Valentinstag) oder „Happy New Year“ (Frohes Neues Jahr). Das Hedonometer vergibt für jedes „Happy“ 8,3 Punkte, für jedes „Christmas“ 8,0 Punkte und für jedes „Valentines“ 7,3 Punkte. Auch Begriffe wie „Love“ (8,42 Punkte) und „Merry“ (7,56 Punkte) treiben den Durchschnittswert gen Himmel. Hinzukommt: Es handelt sich fast durchweg um Feiertage, völlig frei von Begriffen wie „Work“ (5,42 Punkte) oder „Office“ (5,12 Punkte).

Was bringt die Zukunft?

Das Team aus Vermont widmet sich den Problemstellen des Hedonometer bereits, berichtet LiveScience.com. Man plane das System um weitere Sprachen zu ergänzen, wolle neben Wörter auch Wortfolgen bewerten und andere soziale Netzwerke einbeziehen. Ob dies der Glücksforschung Erkenntnisse beschert, bleibt allerdings abzuwarten. Uns Hobby-Wissenschaftlern außerhalb großer Forschungseinrichtungen und Universitäten bietet das Hedonometer trotzdem schon jetzt interessante Einblicke, Tag für Tag in Echtzeit.

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